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Botschaften, die unter die Haut gehen

By on 20. Oktober 2018
@ TheDigitalWay (CCO-Lizenz) / pixabay.com

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Wenn Tattoos eine besondere Aussage enthalten

Tattoos sind mehr als nur kunstvolle Verzierungen der Haut. Für viele Menschen übermitteln sie eine ganz besondere Botschaft, erinnern sie an ein einschneidendes Ereignis in ihrem Leben, sollen Glück bringen oder an etwas Wesentliches erinnern, das im hektischen Alltag möglicherweise immer wieder untergeht. Tattoos mit einer tieferen Bedeutung sind der sichtbare Beweis dafür, dass uns etwas wichtig ist, das uns ein Leben lang begleiten soll.

Es gibt viele Menschen, die sich erst dann konkret für ein Tattoo interessieren, wenn sie an einem Punkt in ihrem Leben angekommen sind, an dem sie eine solche Botschaft für sich definiert haben und ihr bildlich Ausdruck verleihen möchten. So wird ein Tattoo nicht zur zu einem ganz besonderen Hautschmuck, sondern auch zu einem echten Meilenstein im Leben, der durch kunstvolle Stiche für immer sichtbar gemacht werden kann.

Schlüsselerlebnisse, die unter die Haut gehen
Viele Menschen, die sich für ein Tattoo entscheiden, haben den Wunsch, ein Schlüsselerlebnis in ihrem Leben sichtbar zu machen und so für die Ewigkeit festzuhalten.
Besonders beliebt sind Tattoos zum Beispiel bei der Geburt eines Kindes. Viele stolze Eltern lassen sich zum Beispiel den Namen ihres Kindes oder seine Initialen tätowieren. Auch Datum und Uhrzeit der Geburt sind beliebte Motive für ein Tattoo mit tieferer Bedeutung. Eine besonders starke Aussage übermittelt eine Uhr, die den genauen Geburtszeitpunkt anzeigt. Dieses Tattoo bedeutet, dass die Welt für die Eltern genau zu diesem Zeitpunkt für einen Augenblick stehen blieb, um sich anschließend auf völlig andere Art und Weise weiter zu drehen. Auch der Name des Partners oder das Hochzeitsdatum werden gerne als Meilensteine des Lebens in einem Tattoo ausgedrückt.

@ Myriams-Fotos (CCO-Lizenz) / pixabay.com

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Sehr ähnliche Symbole können natürlich auch für weniger glückliche aber deshalb nicht minder einschneidende Ereignisse im Leben gewählt werden. Beim Verlust eines geliebten Menschen wählen Tattoo Fans häufig ein ganz besonderes Symbol, um die Erinnerung an diesen besonderen Menschen für immer wachzuhalten.
Wer sich gerne ein kunstvolles Tattoo mit einer besonderen Aussage stechen lassen möchte, die zündende Idee für die richtige Message aber noch nicht gefunden hat, kann sich hier testen und vielleicht ein paar tolle Inspirationen erhalten. Tatsächlich haben die meisten klassischen Motive eine inhärente Bedeutung, die mehr oder weniger eindeutig als Botschaft interpretiert werden kann. Auf der Suche nach dem passenden Symbol für das eigene Tattoo kann es hilfreich sein, sich über die verschiedenen Deutungsansätze von Motiven zu informieren und die Botschaft, die dahinter steht, für sich selbst kritisch zu hinterfragen. Tätowierer, die ihr Handwerk verstehen, kennen sich hervorragend mit der Bedeutung einzelner Motive aus und können ihre Kunden in dieser Hinsicht ausführlich beraten.
Natürlich ist es nicht nur erlaubt, sondern sogar wünschenswert, klassischen Motiven durch eigene Beigaben oder Abwandlungen einen ganz individuellen Charakter zu verleihen und der damit übermittelten Botschaft eine eigene Handschrift zu geben. Es gibt wohl kaum einen persönlicheren Körperschmuck als ein kunstvoll gearbeitetes Tattoo.

Wie persönlich darf es sein?
Tätowierungen sind eine Kunstform, bei der der individuelle Geschmack so wichtig ist wie an kaum einer anderen Stelle. Erlaubt ist grundsätzlich alles, was gefällt, und was ohne gesundheitliches Risiko realisiert werden kann. Wie persönlich die Botschaft allerdings tatsächlich werden darf, sollte im Vorfeld gut überlegt sein.
Es gibt einige sehr einschlägige Symbole, die unter Kennern eine sehr eindeutige Aussage über den Träger tätigen. So kann ein Semikolon als Symbol beispielsweise auf eine ernsthafte psychische Erkrankung hinweisen. Das Semikolon als Satzzeichen zeigt an, dass die Aussage des Satzes an dieser Stelle noch nicht endgültig beendet ist. Deshalb wurde das Semikolon von Tattoofans als Symbol zweckentfremdet und zeigt nun zum Beispiel an, dass jemand an einer schweren psychischen Störung leidet, sich selbst und sein Leben aber noch nicht aufgegeben hat und kämpft. Besonders häufig wird diese Symbolik von Menschen mit einer tiefen Depression aufgegriffen, die für sich selbst und für die Menschen in ihrem Umfeld sichtbar machen möchten, dass es sich lohnt, am Leben festzuhalten. Eine sehr persönliche Botschaft, die gut überlegt sein sollte.
Viele Motive, die in Tattoos verarbeitet werden, tragen auch eine verborgene Symbolik, die den Trägern nicht immer voll und ganz bewusst ist. So kann eine Träne zum Beispiel als Symbol für Traurigkeit oder Melancholie gewählt werden, vielleicht nach dem Verlust eines geliebten Menschen. Tatsächlich ist eine unter das Auge tätowierte Träne aber ein Symbol, das auf einen Gefängnisaufenthalt hindeuten kann. Ebenso mit Vorsicht zu genießen sind drei Punkte. Sie werden oft im Zusammenhang mit den drei Aspekten Glaube, Liebe und Hoffnung in Tattoos verwendet. Sie können aber, ebenso wie die Träne, ein Hinweis darauf sein, dass der Träger auf eine kriminelle Vergangenheit zurückblickt.
Ein Tattoo mit einer besonders individuellen und tiefgreifenden Botschaft ist eine wunderschöne Idee und kann jedes Stück dieses Hautschmucks zu etwas ganz Besonderem machen. Wie persönlich und intim eine solche Botschaft allerdings ausfallen darf, sollte der Träger sich im Vorfeld genau überlegen. Grundsätzlich sind Tattoos für die Ewigkeit gedacht, deshalb sollte eine Botschaft und eine Symbolik gewählt werden, zu der man auch in vielen Jahren noch stehen kann und möchte und die es wirklich wert ist, durch ein sichtbares Zeichen Ausdruck verliehen zu bekommen.

Tattoos mit lebensrettenden Informationen
Eine ganz besondere Form von wichtigen Botschaften enthalten Tattoos, in die medizinische Botschaften eingebettet sind. Tatsächlich haben sie sich mittlerweile zu einem Trend entwickelt, der zu einem festen Bestandteil des Repertoires vieler professioneller Tätowierer geworden ist.
Ihren Ursprung haben Tattoos mit medizinisch relevanten Informationen im amerikanischen Militär. Dort werden sie „Meat Tags“ genannt. Den amerikanischen Soldaten werden vielfach Daten von medizinischer Relevanz in die Haut tätowiert, wie zum Beispiel ihre Blutgruppe, schwerwiegende Medikamentenunverträglichkeiten oder andere Hinweise, die im Falle einer ärztlichen Behandlung im Einsatz von Bedeutung sein könnten. Die Meat Tags werden den Soldaten auf den Unterarm tätowiert.
Der Gedanke, dass möglicherweise lebensrettende Informationen einem Menschen beispielsweise nach einem Unfall direkt vom Körper abgelesen werden können, ohne dass eine vorherige Rücksprache mit Angehörigen oder ein Blick in entsprechende Unterlagen erforderlich wäre, erscheint sinnvoll, können auf diese Weise doch möglicherweise kostbare Minuten eingespart werden, die über Leben und Tod entscheiden können. Erst kürzlich berichteten wir über einen Fall, der sich in einer Notaufnahme in Miami ereignete. Ein Patient im Alter von 70 Jahren wurde bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert. Als die Ärzte mit den lebenserhaltenden Maßnahmen beginnen wollten, bemerkten sie eine Tätowierung mit der Aussage „Nicht wiederbeleben“ auf der Brust des Patienten. Dies löste eine medizinisch-rechtliche Debatte aus, die weltweit Diskussionsstoff sorgt. Eine juristische Bedeutung haben solche Tattoos nämlich bislang nicht, zumindest nicht hier in Deutschland.
Selbst wenn Ärzte eine entsprechende Tätowierung im akuten Notfall rechtzeitig bemerken und richtig deuten, enthebt sie das nicht ihrer Pflicht, sämtliche lebenserhaltenden Maßnahmen am Patienten durchzuführen. Vor allem nicht eindeutige Botschaften wie die Abkürzung D.N.R. für Do not Resuscitate, „Nicht Wiederbeleben“, dürfen von Ärzten dem Gesetzgeber zufolge nicht als einziger Anhaltspunkt genommen werden, um eine lebensherhaltende Behandlung einzustellen oder gar nicht erst aufzunehmen.
Wenn Patienten tatsächlich den Wunsch haben, in einem Notfall nicht wiederbelebt zu werden, müssen sie dafür zusätzliche eine ausdrückliche Patientenverfügung verfasst haben, die sie entweder bei sich tragen oder Angehörigen ausgehändigt haben.
Sinnvoll können dagegen Tattoos sein, die medizinisch relevanten Informationen für eine Behandlung beinhalten. Dies kann zum Beispiel, genau wie bei den amerikanischen Soldaten im Einsatz, die Blutgruppe des Patienten sein, eine Medikamentenunverträglichkeit oder andere Allergien, vielleicht ein Herzfehler oder auch der Hinweis, dass der Patient Diabetiker ist. Wie kunstvoll solche Tattoos trotz ihrer eher nüchternen Botschaft aussehen können, zeigen wir Dir hier.
Grundsätzlich sollten Tattoos mit medizinisch relevanten Informationen allerdings von einem Notfallausweis begleitet werden, der im Portemonnaie mitgeführt werden kann. Ein Notfallausweis kann von jedem Krankenhaus im Bedarfsfall ausgestellt und mit sämtlichen Informationen bestückt werden, die bei der Behandlung eines Patienten von Bedeutung sein können. Vielfach ist es sogar möglich, den Notfallausweis bei der Krankenkasse oder Einrichtungen wie der Deutschen Herzstiftung online zu beantragen und ihn nach der Zusendung gemeinsam mit einem behandelnden Arzt auszufüllen. Ein von einem Krankenhaus oder einem behandelnden Arzt ausgestellter Notfallausweis ist für behandelnde Ärzte auf der ganzen Welt juristisch bindend.
Auch Inhaber eines Organspendeausweises können ihre Zustimmung, dass ihre Organe nach ihrem Tod bedürftigen Patienten gespendet werden dürfen, noch einmal in Form eines Tattoos gut sichtbar auf der Haut tragen. Den Organspendeausweis an sich ersetzt ein solches Tattoo allerdings nicht.
Wenn es um medizinische Patienteninformationen geht, die für den behandelnden Arzt in einem akuten Notfall ein wichtiger Anhaltspunkt sein könnten, stellen ein entsprechendes Tattoo und der Notfallausweis möglicherweise die optimale lebensrettende Kombination dar. Ein an gut sichtbarer Stelle und eindeutig zu interpretierendes Tattoo macht das behandelnde Rettungspersonal sofort darauf aufmerksam, dass es bei diesem Patienten Besonderheiten zu beachten gibt. So werden medizinische Fachkräfte auf jeden Fall dazu angehalten, in den persönlichen Dingen des Patienten nach einem entsprechenden Dokument zu suchen, das ihnen die lebenswichtigen Informationen bestätigt.

 

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