Die Top-Tätowierer von 2037

By on 16. Mai 2014
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Wir schreiben das Jahr 1987 – Myke Tyson ist Boxchampion, Ronald Reagan US-Präsident, Nelson Piquet wird zum dritten Mal Formel 1 Weltmeister, die Bee Gees (You win again) und die Bangles (Walk like an Egyptian) feiern ihre Chart-Hits und der Liter Benzin kostet umgerechnet 49 Cent (kein Witz – ich wollte es zuerst auch nicht glauben) – Das waren noch Zeiten und um genau zu sein, auch noch gar nicht soooooo lange her.

Gerade einmal 25 Jahre liegen diese Ereignisse zurück – rein geschichtlich gesehen nicht einmal ein Katzensprung – ein Schweinenasen-Fledermaus-Sprung vielleicht (Craseonycteris thonglongyai: mit einer Länge von 30 Millimeter und zwei Gramm Gewicht, das kleinste, bekannte Säugetier der Welt). Ok, viele unserer Leser waren 1987 wahrscheinlich noch gar nicht auf der Welt, doch den alten Hasen unter uns Tattoo-Fans sind diese Jahre noch wohlbekannt und kommen uns, in manch‘ stiller Stunde, fast so wie Gestern vor. Die deutsche Tattoo-Szene steckte noch in ihren Kinderschuhen, Conventions waren noch gar nicht geboren und Studios gab es bundesweit gerade einmal eine Hand voll. Und obwohl es selbst das Tattoo-Spirit noch nicht gab, waren diese Zeiten für mich persönlich, wie sagen die jungen Leute immer so schön – einfach Porno (kleine Insider-Information: Unter gewissen Gesichtspunkten betrachtet gibt es eigentlich in ganz Deutschland keinen Tattoo-Verlag, der sich mit dem Thema Haut, im weitestgehenden Sinne, bereits so viele Jahre beschäftigt wie wir).

Beenden wir aber nun die Melancholie der Vergangenheit, abhaken, abheften, den schweren, dunklen Deckel des Vergessens drauf und voller Zuversicht den Blick zum Horizont der Zukunft. Und was sehen wir da? Zunächst einmal technische Innovationen, wie wir sie uns jetzt noch nicht einmal im Ansatz vorstellen können. Die Entwicklung der Tattoo-Technik hat vor allem in den vergangenen 10 Jahren unfassbare Schritte vollzogen. Wie wird es dann erst in 25 Jahren aussehen. Höchstwahrscheinlich werden Tattoofarben nadellos injiziert, während modernste Maschinen Tätowierungen ermöglichen, deren Fotorealismus bis dato nur in unseren kühnsten Träumen existierte. Schwebende Hover-Behandlungsstühle und holographische Tätowierungen klingen zugegebenermaßen nach ziemlich überzogenem Science-Fiction. Doch die meisten unter uns hätten 1987 beim Anblick eines aktuellen Smartphones oder superflachen Fernsehers wohl auch nur an die Lieblings-Requisiten von Pavel Checov und Lieutenant Uhura, auf ihrem Weg zum klingonischen Außenposten, gedacht. Was heute normal ist, war früher auch die reinste Zukunftsmusik und kaum vorstellbar. Vielleicht werden die Entwicklungsschritte kleiner, aber auf keinen Fall weniger.

 

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