Laserbehandlung

By on 25. Oktober 2016


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Gleich zu Beginn sei gesagt, dass wir die Laserbehandlung in erster Linie für die Vorbereitung auf eine zukünftige, überdeckende Tätowierung, ein so genanntes Cover-Up, für sinnvoll halten. Wer sich hingegen noch untätowiert schon vorher Gedanken über die Entfernung Gedanken macht, der sollte sich erst gar nicht tätowieren lassen. Zwar haben wir in einer unserer früheren Ausgaben eindrucksvoll gezeigt, was professionelle Tätowierer heutzutage alles überdecken können, doch auch hier sind irgendwo Grenzen gesetzt. Spätestens ab diesem Punkt kommt dann die Laser­behandlung ins Spiel.

Zunächst einmal erzählen wir euch eine Leser­story, die am besten beschreibt, wann eine Laser-Behandlung wirklich angebracht ist. Auf Gabis (23 Jahre, aus Bochum) Oberarm thront ein schwarzes Etwas. Ein Löwe sollte es eigentlich werden, doch der Bekannte, an den sie geriet und der mehr durch große Sprüche statt durch professionelle Erfahrung auf sich aufmerksam machte, produzierte nichts weiter als einen undefinierbaren Farbklecks. Selbst mit größtmöglicher Fantasie konnte man diesem „Ding“ nichts Löwenähnliches abgewinnen. „Ich könnte mich, jedes Mal wenn ich das Teil sehe, selbst ohrfeigen, weil ich nicht in ein professionelles Studio gegangen bin. Erst recht, weil meine Freundin mich noch gewarnt hatte. Ich solle doch nicht auf ein schnelles ,Couch-Tattoo’, wie sie es noch nannte, hereinfallen, sondern es vernünftig machen lassen,“ berichtet Gabi mit Tränen in den Augen. Dabei hatte sie die „private Sitzung“ noch selbst abgebrochen, als sie erkannte, wie katastrophal der Hobbystecher an ihrem Arm pfuschte. Doch da war bereits alles zu spät.

00390-tattoo-spirit-Niki Norberg

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Der Tätowierer empfahl Gabi
einen renommierten Dermatologen!

Und jetzt? Das Glück des Tüchtigen kam ­Gabi zu Hilfe, denn dieses Mal begann sie, sich vielseitig und ausführlich zu informieren, wollte vor allem wissen, was noch zu retten wäre. „Im Tattoo-Spirit fand ich die Anzeige des Tattoo-Verbandes D.O.T., und auf dessen Internet-Seite (www.dot-ev.de) konnte ich neben super vielen interessanten Infos lesen, nach welchen Kriterien professionelle Studios heutzutage arbeiten.“ Nach einer Weile und weiterer Recherche fand Gabi ein für sie passendes Studio, doch der dortige Tätowierer musste sie mit ihrem Cover-Up-Wunsch zunächst enttäuschen. Gabi wollte ein helles Blumenmotiv mit vier ebenfalls sehr hellen Schmetterlingen tätowiert bekommen. Da der alte Farbklecks aber derart groß und zudem auch noch tiefschwarz ihren Oberarm in Besitz hielt, wäre ein derartiges Cover-Up nicht zufriedenstellend möglich gewesen. Doch auch hier wusste der Tätowierer schnell Rat. Er empfahl Gabi einen renommierten Dermatologen, der auf Laser­behandlungen spezialisiert ist. Dieser konnte das alte Löwenvieh in ein paar Sitzungen so stark aufhellen, dass Gabis Blumenwunsch ohne Probleme tätowiert werden konnte.

Viele Kunden wollen ihr altes Tattoo nur für ein neues aufhellen.

Gabis Fall hat es so sicherlich schon etliche Male gegeben, und schenkt man den Laser­spezialisten Glauben, werden diese „Aufhell-Behandlungen“ auch häufiger. Unterschiedliche Dermatologen berichten, dass viele ihrer Patienten eine Tätowierung nicht entfernt, sondern lediglich aufgehellt haben wollen, um es für ein entsprechendes ­Cover-Up vorzubereiten. Aber was passiert eigentlich bei der Laserbehandlung und wie arbeitet so ein Laser?

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Wie funktioniert eigentlich ein
Laser und wie wird damit behandelt?

Zunächst einmal sticht der Tätowierer mittels der Tätowiermaschine Farbe in die Haut. Die in der Farbe enthaltenen Pigmente werden dann durch körpereigene Zellen eingekapselt. Der Körper kann die Pigmente nicht mehr eigenständig abbauen – die Tätowierung bleibt erhalten. Das Lasergerät sendet nun einen kurzen hochenergetischen Lichtblitz aus. Hierbei werden die eingeschlossenen Farbpigmente solange erhitzt, bis sie zerbersten. Anschließend können die Pigmentteilchen vom Immun- und Gefäßsystem abgebaut werden. So einfach ist das. Kompliziert wird es erst, wenn unterschiedliche Tattoofarben zum Einsatz gekommen sind, da der Laserimpuls auf die verschiedenen Farbtöne unterschiedlich reagiert. Schwarz zum Beispiel absorbiert den Großteil des Lichts und wandelt dieses in Energie, bzw. Wärme um. Wir alle kennen das von den verbrannten Fingern am schwarzen Autolenkrad im Hochsommer. Weiß dagegen reflektiert den Großteil des sichtbaren Lichtes, wobei kaum ein Energieaustausch stattfindet. Kurz und knapp: Je dunkler das Tattoo, desto besser kann es aufgehellt werden. Für die unterschiedlichen Farben können ebenfalls unterschiedliche Laser mit jeweils verschiedenen Wellenlängen zum Einsatz kommen.

Tut das eigentlich weh?

Die meisten von uns kennen Laser-­Behandlungen nur von chronisch beleidigten Klingonen. Das hat mit der Arbeit des Dermatologen natürlich wenig zu tun. Der möchte lediglich die Farbpigmente zerbröseln und nicht die Haut verbrutzeln. Dennoch ist der vom Laser abgeschossene Lichtblitz so intensiv und erhitzt das Pigment so stark, dass ein Zwicken durchaus zu spüren ist. Die Erfahrungen etlicher Patienten vergleichen das Gefühl aber lediglich mit einem kleinen Kneifen. Um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen, verteilt der behandelnde Arzt die komplette Prozedur auf mehrere Sitzungen.
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Und was hat der Tätowierer
eigentlich damit zu tun?

Ganz wichtig hierbei ist folgendes: Die Anzahl der Sitzungen richtet sich in der Regel nach der Farbigkeit und Größe des aufzuhellenden Tattoos. Wieviel nun von der alten Tätowierung wie stark aufgehellt werden muß, solltest du unbedingt vorher mit deinem Tätowierer besprechen. Dein Tätowierer ist schließlich für das spätere Cover-Up zuständig und er weiß daher am besten, welche Stellen des alten Tattoos wie stark aufgehellt werden sollten. In einigen Fällen kann dir auch der Tätowierer direkt einen erfahrenen Dermatologen empfehlen. Dies kann dir einige im Grunde unnötige Sitzungen und daher auch Kosten ersparen. Wichtig also: Den Tätowierer unbedingt mit hinzuziehen.

Was kostet der Spaß?

Womit wir bei all den positiven Aspekten zum Haken der ganzen Sache kommen – den Kosten. Die Kosten für eine Laser-Behandlung muß der Patient leider selber tragen, da es sich um eine rein kosmetische Korrektur handelt und deswegen nicht von den Krankenkassen übernommen werden. Die Kosten variieren je nach Aufwand zwischen 50 und 150 Euro pro Sitzung.

Weitere Informationen gibt es bei der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft (www.ddl.de). Die DDL ist ein Zusammenschluß von 135 Ärzten zur Qualitätssicherung bei aktuellen Lasertherapien.

In der kommenden Ausgabe:
Atemtechniken gegen Schmerzen!
Hier geht es nicht um Hecheln bei unvermutet aufgetretenen Presswehen, sondern vielmehr um natürliche Linderung für extrem schmerzempfindliche Tattoo-Fans. Ein informativer Bericht, besonders für Tattoo-Einsteiger.

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