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Archive for the ‘Marion Kruhm’ Category

Finde das Zebra!

Montag, August 23rd, 2010

Habt ihr das auch schon mal, dass ihr nach einer Sache sucht und dabei mit etwas vollkommen anderem fündig werdet?
Heute morgen habe ich nach Tiertattoos gesucht. Dabei hatte ich an Bilder von Menschen gedacht, die Tiere auf die Haut tätowiert bekommen hatten – aber plötzlich switchte der Begriff “Tiertattoo” in meinem Kopf um und mir fiel auf, dass zahllose Tiere Musterungen im Fell, auf den Flügeln oder auf der Haut tragen die wir Menschen uns  zum Beispiel als “Tribal” tätowieren lassen. Guckt euch doch mal Zebras und Tiger an. Oder werft einen Blick auf einen Schwalbenschwanz-Schmetterling. Ich will jetzt nicht so weit gehen zu behaupten, man würde in einer Gruppe komplett tätowierter Maori ein Zebra nicht mehr wiederfinden, aber es ist doch erstaunlich, wie stark sich viele der typischen Tattoomotive, speziell die abstrakten, an die Natur anlehnen. Kein Wunder, dass sie sich dann so “richtig” anfühlen …

Die Schönheit alter Kunstwerke

Mittwoch, Juli 21st, 2010

Ich war vor einigen Tagen in Remscheid mit einem lieben Freund spazieren und kam an ein fantastisches Tal über das eine uralte, gigantisch große, stählerne Eisenbahnbrücke führt. Die Müngstener Brücke.

In der Zeit in der ich da war, fuhr eine Lok ganz langsam darüber. Offenbar darf die Brücke nicht mehr in vollem Tempo befahren werden. Sie ist sehr, sehr alt – über hundert Jahre – und das sieht man ihr auch an. Aber sie ist noch immer so traumhaft schön, dass ich automatisch den Atem angehalten habe, als ich aus dem Wald herausgetreten war und sie plötzlich komplett sehen konnte. Man erkennt, dass Handwerk und Kunst hier gemeinsam am Werk waren. Muss ich ich sagen, woran sie mich erinnert hat, in ihrer uralten und doch so beeindruckenden Schönheit? Natürlich an Tätowierungen. An die ganz, ganz alten, an die, die ihre Besitzer seit Jahrzehnten begleiten … ein wenig ausgeblichen vielleicht, mit nicht mehr ganz so scharfen Konturen  – aber immer noch wunderschöne, absolut individuelle Kunstwerke die ihre ganz eigene Geschichte haben unsere Bewunderung verdienen.

Unsere Jungs im kleinen Finale!

Donnerstag, Juli 8th, 2010

Eiwei… mein Mann hat vor dem Fernseher fast einen Herzkasper bekommen und meine Tochter und ihre Freundin haben sich vor Aufregung fast in der Chips-Schüssel verbissen. Aber, so wie Paule es angekündigt hatte, war Spanien die stärkere Mannschaft und unsere Jungs wurden leider besiegt – und dass, obwohl Jogi seinen blauen Pullover an hatte! (Bei uns gibt’s heute abend Calamaris!!!)
Aber hey! Das Turnier ist für unsere Nationalmannschaft noch nicht vorbei, denn sie waren bereits im Halbfinale! Während alle anderen Mannschaften nach ihren Niederlagen gleich in den Bus zum Flughafen einsteigen konnten, findet für unsere Mannschaft noch das kleine Finale statt.
Was solls? Großes Finale, kleines Finale … klar wäre es geil gewesen, wenn Deutschland Fußballweltmeister geworden wäre, aber die ganze Welt (ok – mal abgesehen vermutlich von Spanien) hat mit der deutschen Mannschaft mitgefiebert – sogar England!!! Wir sind definitiv die Weltmeister der Herzen! (Ich gebe zu, dass einen sowas vermutlich nur tröstet, wenn man eine Frau ist) Jogis Jungs haben uns eine fantastische, mehrwöchige Dauer-Fußballparty beschert. Sie haben Traumfußball gespielt und so viel mehr erreicht als jeder im Vorfeld erwartet hatte! Das verdient, dass wir am Samstag noch einmal kräftig die Daumen drücken und mit schwarz-rot-golden angemalten Wangen und mit Vuvuzelas bewaffnet unsere Jungs auf den Bronze-Platz jubeln!
Ich jedenfalls werde genau das bei lieben Freunden vor einem riesigen Fernseher tun, als wäre es das große Finale!

Ich krieg NIE ein Tattoo!

Mittwoch, Juli 7th, 2010

Ich bin nicht tätowiert. Ja, genau, ihr lest richtig. Ich bin – nicht – tätowiert. Noch nicht. Aber dieses „noch nicht“ zieht sich nun schon ein geraumes Weilchen.
Ich male ständig an mir herum. Früher mit Finliner, heute mit den Stiften, die viele Tätowierer für die Vorzeichnung benutzen. Mal ist es ein Blumenband um mein Fußgelenk – meistens aber ist es irgendetwas auf der Innenseite meines Handgelenkes.
Es soll ein Drache sein. Oder ein indisches Blumenmuster. Oder ein biologisch aussehendes, feines Tribal. Nein – eigentlich soll es das Logo der Bibliothek sein über die ich gerade ein Buch schreibe. Dumm nur dass ich dieses Logo noch nicht entworfen habe und mich da genauso wenig für irgendwas entscheiden kann. Seit ich Doctor Who Fan bin, soll es das Siegel von Rassilon, das Zeichen der Timelords sein, eingebettet in … na ja … in irgendwas Schönes halt.
Und jeden Tag – JEDEN Tag sehe ich mindestens dutzende, oftmals aber sogar hunderte von Tattoos auf den Bildern die uns zugeschickt werden, die mich immer wieder auf neue Ideen bringen. Auf Messen sehe ich diese Bilder in real. Und immer und immer wieder entscheide ich mich um. So wunderschön ich großflächige Tattoos und Bodysuits finde – für mich soll es ein einzelnes, kleines Bild sein. Ich habe also nur einen Versuch und der soll dann bitte perfekt sein … und ich stelle fest, dass die Arbeit hier im Verlag mir die Auswahl nicht erleichtert, sondern erschwehrt.
Wenn ihr drei CDs habt, dann nehmt ihr einfach eine davon und packt sie in den Player. Wenn ihr 300 CDs habt, dann könnt ihr stundenlang vor dem Regal auf und ab gehen und findet trotzdem nichts, was ihr hören wollt – die Auswahl ist zu groß. Und daher könnte es passieren, dass meine Arbeit mit unzähligen, zum Teil wirklich phantastischen Tattoo-Beispielen es mir auf Dauer unmöglich macht, mich jemals für mein eigenes Tattoo zu entscheiden.
Stattdessen werde ich mich vielleicht weiterhin darauf beschränken, die Schönheit der Bilder zu bewundern, die andere von echten Künstlern gestochen auf ihrer Haut tragen und werde weiter den Mut und die Spontaneität derer bewundern, die sich entscheiden konnten.

Gib das doch der Sarah!

Mittwoch, Juni 30th, 2010

Daran, dass es in meiner Familie und im Freundeskreis insgesamt vier Martins gibt, habe ich mich inzwischen gewöhnt. Sie tauchen in Bereichen meines Lebens auf, die sich nicht berühren und deshalb kommt es nicht zu Verwechslungen.
Aber nun gibt es im Verlag „Sarah“ – die genauso heißt, wie meine 14jährige Tochter. Und ich glaube, daran gewöhne ich mich nicht.

Da wir ein Familienverlag sind, wird bei uns auch viel über die Familie gesprochen – natürlich auch über Kinder und Enkelkinder.
Wenn Johann oder Martin mir also etwas in die Hand drückt und sagt: „Gib das bitte Sarah“, dann war damit vierzehn Jahre lang meine Kurze gemeint – jetzt meinen sie damit in 80% aller Fälle die Mitarbeiterin drei Büros weiter links.
Da kommt es dann schonmal zu irritierenden Situationen. Als ich den letzten Artikel zur ersten Ausgabe von Tattoo-Studio geschrieben hatte, war es so spät geworden, dass alle die, die normalerweise Korrektur lesen, schon weg waren.
„Kann das nicht Sarah lesen?“, fragte Johann mich und ich sah ihn etwas verdutzt an.
„Hmm … meinst du? Ja gut, warum eigentlich nicht. Gut genug ist sie dafür sicherlich.“ Diese Äusserung befremdete Johann zwar ein wenig, aber nicht genug, dass klar gewesen wäre, dass wir aneinander vorbeigeredet hatten.
„Das müsste ich ihr dann per Mail schicken. Das ginge vielleicht.“ ich dachte natürlich an meine Tochter zuhause „Druck es doch einfach aus und gib es ihr“, bezog Johann sich auf Sarah im Nebenbüro.  „Das klappt zeitlich nicht. Das muss ja gleich fertig sein“, redete ich wieder von meiner Tochter. „Warum denn das nicht? bring es ihr halt oder sag ihr, sie soll eben her kommen.“ langsam sah Johann mich doch etwas verwundert an. „Wie soll sie denn her kommen?“, erwiderte ich, langsam etwas angefressen. In meinen Augen verlangte Johann jetzt echt ein bißchen viel von meiner Kleinen. Darauf reagierte Johann jetzt nur noch mit einem verwirrten Blick und als ich DEN sah, machte es „klick“ in meinem Kopf. „Wir sprechen gerade von zwei verschiedenen Sarahs, gelle?“ Grinsen … Nicken … Headdesk …
Daran gewöhne ich mich nicht mehr …

Mein kleiner Bruder, der Redakteur

Freitag, Juni 25th, 2010

Martin, Redakteur des Tattoospirit – mein kleiner Bruder – ist jetzt 39,5 Jahre alt. Das wird bei uns gefeiert – und zwar deshalb, weil wir Winterkinder NIE eine Geburtstagsgartenparty machen konnten! Wir wären ja mit den kleinen Ärschen an den Gartenbänken festgefroren!

Kurz vor der nächsten Null wurde bei Martin und mir also einmal die Geburtstagswelt etwas auf den Kopf gestellt. Und wie das so ist, wenn der Bruder im Zentrum des Interesses steht: man kramt in alten Bildern … und ich wurde wieder daran erinnert, dass es nie eine Zeit für mich gegeben hat, in der er nicht da war. Bis auf meine ersten beiden Lebensjahre, aber an die erinnere ich mich nicht besonders gut. Wir haben uns geprügelt, Buden gebaut, Playmobilarmeen mit Gummiflitschen vernichtet und füreinander blaue Briefe vom Postboten abgefangen – und heute arbeiten wir Seite an Seite und irgendwie hat sich gar nicht geändert. Wir tragen heute Verantwortung, klar – das war früher anders, aber ansonsten? Wir prügeln uns, wenn’s sein muss, immer noch – nur inzwischen mit Worten -, wir bauen Magazine anstelle von Buden und wenn dem einen mal was über den Kopf wächst, springt der andere ein. Mein kleiner Bruder ist für mich halt der Größte.

Sophie wurde “eingeschlichen”

Dienstag, Juni 22nd, 2010

Als wir bildbearbeitungstechnisch vor etlichen Monaten so dermaßen überlastet waren, dass wir eine Aushilfe brauchten, schlug unser Christian “eine Bekannte” vor, die mit den erforderlichen Programmen umgehen konnte.

Sophie Hauschild hatte uns mit dem Tempo und der Qualität ihrer Arbeit vom ersten Tag an für sich gewonnen und wir freuten uns, dass Christian so versierte Bekannte hat. Ganz “zufällig” bekamen wir mit, dass Sophie eine Lehrstelle in genau dem Bereich suchte, in dem sie bei uns so engagiert aushalf und obwohl wir ohnehin keine Zweifel hatten, dass wir sie “behalten” wollten, legte Christian mehr als das eine oder andere gute Wort für sie ein, wenn es um das Thema Lehrstelle ging.

Und so waren wir innerhalb weniger Tage plötzlich ein Ausbildungsbetrieb. Das ging sehr viel schneller als ich es gedacht hätte. Die IHK inspizierte unseren Betrieb und ruckizucki war alles beschlossene Sache. Sophie konnte die Lehre sogar sofort beginnen, obwohl das Schuljahr bereits angefangen hatte.

Was wir DANN erst erfuhren, als alles unterschrieben und in trockenen Tüchern war, war die Tatsache, dass Christian sich nicht nur für irgendeine nette Bekannte stark gemacht hatte, sondern für seine potentielle Lebensgefährtin, mit der er inzwischen fest verbandelt ist … Da behaupte noch mal jemand, nur wir Frauen würden solche Pläne schmieden! Das ist ja wie im Fernsehen!

Mister Gott und die Marienkäfer

Dienstag, Juni 8th, 2010

Mein Tattoo der Woche ist ein Marienkäfer von Corpus del Ars aus Bremen.
Von den winzigen Lebewesen dieses Planeten gehören die Marienkäfer wohl zu den hübschesten und so ist es kein Wunder, dass gerade Kinder davon fasziniert sind und man seinen Punkten glücksbringende Eigenschaften zuschreibt.

Aus diesem Grund bezieht sich Anna, das kleine Mädchen aus dem Buch “Hallo Mister Gott, hier spricht Anna” wohl an einer Stelle des Buches auch ausgerechnet auf Marienkäfer. Sie erklärt Fynn, dem jungen Mann der sich um sie kümmert, auf ihre unvergleichliche Weise wieder einmal etwas über ihren Mister Gott.
“Mister Gott muß sich manchmal ganz klein machen, sonst weiß er doch überhaupt nicht, wie ein Marienkäfer lebt – oder?” In ihrer einfachen Sprache bringt die Fünfjährige so viele Dinge auf den Punkt, dass mich die philosophische Art und die Schönheit ihrer Beispiele und Geschichten bis heute noch nachhaltig berührt. Der Satz mit dem Marienkäfer ist Teil meines Lebens geworden. Das Bemühen, immer auch zu versuchen, sich die Seite des anderen aus der Sicht des anderen vorzustellen, ist ein wichtiges Utensil im Kampf gegen unfaire Streitigkeiten. Oft hilft es auch, Verständnis aufzubringen, wo man ohne hinzusehen vielleicht einfach nur verständnislos den Kopf geschüttelt hätte.
Das Tattoo von Corpus del Ars war sicherlich nicht dazu gedacht, mich an ein Buch zu erinnern, dass ich vor fünfundzwanzig Jahren gelesen habe, aber es ist so gekommen. Und weil das Tattoo obendrein sehr atmosphärisch und toll gemacht ist und mir einfach gefällt, ist es mein Tattoo der Woche.

Bigger on the inside

Donnerstag, Juni 3rd, 2010

Hab ich euch eigentlich schon gesagt, dass ich britische Fernsehserien liebe? Allen voran Doctor Who, weshalb die TARDIS, das “Schiff” des zeitreisenden Timelords, in einer Minivariante neben meinen Monitoren steht.

Dieses Schiff ist transdimensional – und deshalb ist es “bigger on the inside”, also innen größer als außen. Als ich heute morgen auf die TARDIS guckte war in meinem Kopf plötzlich der Gedanke, dass unter diesem Aspekt die meisten Tattoos irgendwie transdimensional sind, denn obwohl sie eigentlich nur ein Bild auf menschlicher Haut sind, ist das, was in ihnen enthalten ist oftmals so viel größer! Tattoos mit Geburts- oder Sterbedaten, der Name einer geliebten Person, das Kraft-Tattoo bei Krankheit oder Sorgen, das Symbol für die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, die eigene Lebensphilosophie – so viele Tattoos sind “innen viel, viel größer als außen”. Und plötzlich erscheint mir diese blaue Policebox, die in ihrem Inneren eine ganze Welt beherbergt wie ein Sinnbild für das, was ich tagtäglich mit Tattoos erfahre. Man kann die Bedeutung von etwas nur sehr selten beurteilen, wenn man es sich, ohne nachzufragen, einfach nur von außen ansieht.

Georgs Haare sind eine Geschichte voller Missverständnisse.

Sonntag, Mai 30th, 2010

Georgs Haare sind meiner Meinung nach eine eigene Lebensform. Er leugnet das auch gar nicht. Er sagte neulich erst, seine Haare und er hätten sich vor etlichen Jahren entschlossen, getrennte Wege zu gehen und seither macht jeder von ihnen was er will. Als er das erste mal in unseren Verlag kam, sah Georg ein wenig aus, wie Vetter It. Als die langen Haare und der Rauschebart irgendwann verschwunden waren, bin ich an ihm vorbeigelaufen, ohne ihn zu erkennen aber nach einer Weile hat mir jemand verraten, dass es sich bei dem Mann in Martins Büro um Georg handelt, so dass ich wieder im Bilde war.
Normalerweise ist es mir egal, was jemand mit seinen Haaren macht, aber wenn einem die männliche Medusa in dem Moment wenn sie den Raum betritt das Licht nimmt, weil die Haare sogar in Richtungen weg stehen, die physikalisch eigentlich gar nicht möglich sind, dann versuche ich, ihn zu meinem (zugegebenermassen sehr biederen) Frisurengeschmack zu bekehren. Aber Georg widerstand meinen Versuchen standhaft.
Eine Viertelstunde später tat er mir dann allerdings ein bißchen leid, denn um in sein Büro zu kommen musste er an etlichen anderen Büros, bzw. Kollegen vorbei und sah sich offenbar an jeder Stelle der selben Diskussion ausgesetzt.
Und so stand er mit hängendem Kopf und ausgestreckter Hand vor mir und sagte mit einem Blick der Steine erweichen lassen konnte: „Kann ich mal deine Bürste haben?“

Der Verlags-Chor in Action!

Freitag, Mai 28th, 2010

Gitti, unsere Buchhaltungskoryphäe, hat heute Geburtstag und gerade eben wurde der gesamte Verlag zusammengetrommelt und hat ihr in ihrem Büro ein Ständchen gebracht!
Ok, einen Blumentopf gewinnt unser Verlags-Chor (noch) nicht, aber für eine fröhliche Überraschung für das Geburtstagskind hat es allemal gereicht! Herzlichen Glückwunsch auch hier noch einmal vom ganzen Team, Gitti!

Überdosis Schokoküsse

Montag, Mai 24th, 2010

Wer auf einer Tattoo-Messe schon einmal am Stand von Tattoo-Spirit war, der kennt unsere Schokoküsse, die wir auf jeder Messe kostenlos am Stand verteilen.

Ich gehöre zu den unglücklichen Wesen die so gut wie IMMER auf Diät sind. Püppchen wie Sarah, unsere Gitti aus der Buchhaltung oder unsere Azubine Sophie haben damit ja kein Problem, die müssen wir, wenn’s in der Convention-Halle zieht, am Stand festbinden, damit sie nicht weggeweht werden. Aber ich muss immer aufpassen.

Mit jeder Messe auf der man ist, wird die Versuchung durch die Schokoküsse, die wir grundsätzlich tausendfach am Stand haben, etwas kleiner – man gewöhnt sich sozusagen an ihre ständigen Lockrufe. Aber ich war lange nicht mehr auf Messen gewesen und sah mich plötzlich umringt von kleinen, braunen, nach Zucker, Schokolade und Waffel duftenden, knallfrischen Schokoküssen, als wäre es das erste Mal! Und ALLE lächelten mich an.

Mein fester Vorsatz, keinen einzigen davon zu essen, war schon beim Öffnen des ersten Kartons dahin. Einer kann ja nicht schaden, gelle? Dieser Satz “Einer kann ja nicht schaden” wurde zu meinem Convention-Motto. Wahlweise lautete es auch “der eine noch macht jetzt auch keinen Unterschied mehr” oder “scheiß drauf, ich liebe die Dinger halt” oder “Na und? So frisch gibt’s die nirgends! Dann ist mir halt schlecht!”

Wie bitte? Ich auch???

Donnerstag, Mai 20th, 2010

Keine Ahnung, wie Martin, Christian und Co. mich dazu bewegen konnten, zu bloggen. Ich sitz doch nur ganz brav hier in der Redaktion an meinem Computer, gestalte ein paar Seiten und schreibe den einen oder anderen Artikel. Hmmm… „Artikel-Schreiben“ … das könnte wohl der Grund gewesen sein, warum ich beim Blog mit machen soll.
Na gut, dann leg ich einfach mal los und stell mich vor: ich bin Marion, 41 Jahre alt, seit 39 Jahren, Martins „grosse“ Schwester, und halte mich bei allem so gut es geht im Hintergrund. Ich kenne zwar diverse Messen, wie Berlin, Frankfurt, Mönchengladbach, Dortmund usw. auch persönlich, halte aber normalerweise eher im Verlag die Stellung, während der Rest des Teams sich vor Ort an unserem Stand im Kreis dreht, um dem Ansturm Herr zu werden.
Da der Verlag unser Familienverlag ist und Martin, unser Dad Johann und ich schon ewig zusammen arbeiten, ist der Verlag irgendwie unser zweites Zuhause und mein Büro damit mein zweites Wohnzimmer – was man ihm manchmal ansieht ;)
Ich werde hier im Blog also weniger von Messen, Studioeröffnungen oder anderen Erlebnissen vor Ort schreiben, sondern mehr die Anekdötchen aus dem Verlag ausplaudern. Auf die Weise werdet ihr also so nach und nach erfahren, warum Georg ständig meine Bürste braucht, warum ich jedes Mal verwirrt bin, wenn Sarah etwas machen soll oder warum Martin keine Tüte, sondern einen Eimer englisches Weingummi auf seinem Schreibtisch stehen hat.