Origami und die innere Schweine-Hydra
Als wir uns entschlossen diesen Blog ins Leben zu rufen, stellte sich mir natürlich die Frage nach entsprechenden Inhalten. Worüber sollte ich hier also schreiben? Mein geschätzter griechischer Redaktions-Kollege Georg erklärte mir, daß ein Tattoo-Blog oftmals etwas Persönliches enthalten würde. Ich könne daher über alles mögliche schreiben, über eigene Erlebnisse, Angewohnheiten oder besser noch über persönliche Vorlieben.
“Persönliche Vorlieben?” “Ne, ne,” dachte ich, “Soda-Mosa Lederpeitsche, Origami und andere asiatische Sauereien wird es hier nicht geben, damit fangen wir gar nicht erst an!” In einem Blog wie diesem geht es laut Georg also um Persönliches, selbst Erlebtes, oder zumindest selbst Gedachtes? – nun gut. An dieser Stelle möchte ich euch daher mit einer kleinen Anekdote aus meiner Vergangenheit belästigen, die alle drei zuvor erwähnten Eigenschaften in sich vereint:
Erinnert ihr euch noch an euer “erstes” Tattoo? Ich auf jeden Fall und das immer wieder gerne. Früher war ich starker Kettenraucher. Bis zu drei Zigaretten-Schachteln verqualmte ich fast täglich – sehr ungesund! Jetzt bin ich ein Nichtraucher mit Übergewicht! Das ist zwar nicht weniger ungesund doch zumindest hatte ich, nicht ohne Stolz, meiner inneren Schweine-Hydra wenigsten einen ihrer Köpfe abschlagen können – so würde mein Kollege Georg das jetzt sicherlich umschreiben. (gar nicht mal so uninspirierend einen Erben Sokrates in unserem Verlag zu haben).
Auf einer gemütlichen Convention im niederrheinischen Isselburg beschloss ich damals relativ spontan, mich mit einem kleinen Tattoo selbst zu belohnen und zum weiteren Nichtrauchen zu motivieren. Schließlich war ich bereits seit fast einer dreiviertel Stunde Rauchfrei - äh, seit einem dreiviertel Jahr natürlich. Ein 5-Markstück großes Nichtraucher-Symbol über dem Fuß-Knöchel sollte es werden (für diejenigen, die echtes Geld gar nicht mehr kennen: D-Mark war die alte Währung der Westsektoren, oder kurz BRD). Tätowierer Ralf Remus aus dem gleichnamigen Tattoostudio in Bexbach stach mir “dieses erste” Tattoo. Für mich war es ein überaus emotionaler Moment. Ich ließ mir ein Tattoo stechen, daß zwar in erster Linie als Spaß-Motiv gedacht war, aber darüber hinaus bis heute eine sehr persönliche und motivierende Bedeutung für mich hat, dies alles von einem Tätowierer den ich sehr mag und hoch schätze. Ich glaube, mehr kann man von seiner ersten Tätowierung wirklich nicht verlangen, oder?





